RFID und NFC werden häufig in einem Atemzug genannt, sind technisch aber unterschiedlich weit entwickelt und für verschiedene Zwecke ausgelegt. Beide nutzen Funksignale zur berührungslosen Identifikation, unterscheiden sich jedoch deutlich in Reichweite, Kommunikationsrichtung und typischem Einsatzgebiet. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede und zeigt, welche der aktuellen Durabook-Geräte laut Datenblatt eine RFID-Option mitbringen.
RFID steht für Radio Frequency Identification und ist bereits seit Jahrzehnten im industriellen Einsatz. Ein RFID-Tag enthält eine Antenne und einen kleinen Speicherchip; ein RFID-Lesegerät fragt diese Informationen per Funk ab. Je nach Frequenzband und Bauart funktioniert RFID über Entfernungen von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern, was die Technik etwa für die automatische Erfassung von Fahrzeugen an einer Mautstelle bei voller Geschwindigkeit geeignet macht.
NFC steht für Near Field Communication und lässt sich als eine speziell für kurze Distanzen optimierte Variante von RFID verstehen. NFC arbeitet mit einer maximalen Reichweite von rund 10 cm und lässt sich für eine einseitige oder eine zweiseitige Kommunikation einrichten. Anders als bei den meisten RFID-Anwendungen ist bei NFC ein bewusstes Annähern der beiden Geräte notwendig, was ungewollte Datenübertragung erschwert.
RFID ist in vielen Anwendungen ein Einweg-System, bei dem Daten vom Tag zum Lesegerät fließen, oft über mehrere Meter Distanz. NFC dagegen ist auf sehr kurze Distanzen ausgelegt und kann zusätzlich eine Zweiwege-Kommunikation zwischen zwei aktiven Geräten aufbauen, etwa zwischen zwei Smartphones. Diese kurze Reichweite ist bei NFC kein Nachteil, sondern eine bewusste Designentscheidung: Sie verhindert, dass Daten unbeabsichtigt aus größerer Entfernung ausgelesen werden.
RFID-Tags stecken in Produkten des Einzelhandels zur Bestandskontrolle, in Ausweisen für den Zugang zu gesicherten Bereichen, in Gepäckstücken zur automatischen Sortierung sowie in Mautsystemen für Fahrzeuge. In der Industrie kommt RFID zusätzlich bei der Nachverfolgung von Werkzeugen, Werkstücken und Behältern entlang der Produktionslinie zum Einsatz, wo eine automatische Erfassung ohne Sichtkontakt zum Lesegerät notwendig ist.
NFC findet sich mittlerweile in nahezu jedem Smartphone und vielen Tablets und wird vor allem für kontaktloses Bezahlen und die schnelle Datenübertragung zwischen zwei Geräten genutzt. Auf robusten Tablets kann NFC zusätzlich für die schnelle Authentifizierung von Mitarbeitenden per Werksausweis oder für das Auslesen von Smart Tags auf Geräten und Behältern eingesetzt werden.
Für Unternehmen mit mobilen Tablets oder Laptops bietet NFC mehrere praktische Anwendungen. Kontaktlose Zahlungen lassen sich direkt am Gerät abwickeln, etwa bei mobilen Kassensystemen im Außendienst. Bei Werbematerialien lässt sich ein NFC-Tag einbinden, der von einem kompatiblen Gerät ausgelesen wird. Für die Arbeitszeiterfassung oder Zutrittskontrolle lässt sich NFC nutzen, um festzustellen, wer sich an welchem Ort befindet, ohne dass ein separates Lesegerät installiert werden muss.
Bei Geschäftsbesprechungen erlaubt NFC den schnellen Austausch von Dateien zwischen Kolleginnen und Kollegen, ohne dass eine manuelle Bluetooth-Kopplung oder ein E-Mail-Versand notwendig ist. Anders als bei Bluetooth entfällt bei NFC die Geräteerkennung: Eine Verbindung startet automatisch, sobald sich zwei NFC-fähige Geräte in Reichweite befinden, was den Ablauf im Arbeitsalltag spürbar beschleunigt.
Nicht jedes Gerät im Robustbook-Sortiment bietet eine RFID-Schnittstelle, da sie heute seltener benötigt wird als noch vor einigen Jahren. Laut Datenblatt lässt sich beim Durabook R8 ein Erweiterungsmodul mit Smartcard- und RFID-Optionen konfigurieren. Das Durabook S15 bietet als integrierte Option LF/HF-RFID im Konfigurator. Beim Durabook U11I steht ein optionaler Smartcard-/RFID-Leser zur Verfügung, und bei den Tablets Durabook R11 und R11L lässt sich ein Erweiterungssteckplatz mit RJ-45/RFID/Smartcard/MSR-Kombileser konfigurieren. Für das Durabook S14I und das Durabook Z14I ist laut Datenblatt keine RFID-Option dokumentiert.
RFID-Tags lassen sich in passive und aktive Varianten unterteilen. Passive Tags besitzen keine eigene Stromquelle und beziehen die für die Antwort benötigte Energie aus dem Funksignal des Lesegeräts, was sie klein, günstig und nahezu wartungsfrei macht, allerdings mit kürzerer Reichweite. Aktive Tags verfügen über eine eigene Batterie und senden ihr Signal aktiv aus, was deutlich größere Reichweiten erlaubt, etwa für die Ortung von Fahrzeugen oder Containern über mehrere hundert Meter. Für die Nachverfolgung von Werkzeugen und Behältern im industriellen Umfeld kommen meist passive Tags zum Einsatz, da hier keine große Reichweite benötigt wird.
RFID-Systeme arbeiten in unterschiedlichen Frequenzbändern, die jeweils andere Eigenschaften mitbringen. Niederfrequente Systeme (LF, meist 125 bis 134 kHz) sind unempfindlich gegenüber Metall und Flüssigkeiten, arbeiten aber nur über sehr kurze Distanzen und werden häufig für Tierkennzeichnung und Zutrittskontrolle genutzt. Hochfrequente Systeme (HF, 13,56 MHz) decken auch NFC ab und eignen sich für Anwendungen mit mittlerer Reichweite wie Bibliotheksverwaltung oder Smartcards. Ultrahochfrequente Systeme (UHF, meist 860 bis 960 MHz) erreichen die größten Reichweiten und werden bevorzugt in der Logistik für die Erfassung ganzer Paletten eingesetzt, reagieren dafür aber empfindlicher auf Metall und Wasser in der Nähe der Tags.
Wo RFID nicht verfügbar ist oder eine einfachere Lösung ausreicht, setzen viele Anwender stattdessen auf Barcode-Scanner, die bei mehreren der hier genannten Geräte ebenfalls als Option konfigurierbar sind. Ein Vergleich, wann welche Erfassungstechnik sinnvoll ist, findet sich im Artikel Barcode- und RFID-Erfassung: welche Technik wann passt.
Da RFID und NFC bei den meisten hier genannten Geräten optional konfiguriert werden, lohnt sich vor der Bestellung ein Blick in den jeweiligen Konfigurator auf der Produktseite. Wer die Option nachträglich benötigt, sollte vorab beim Robustbook-Team klären, ob eine Nachrüstung technisch möglich ist, statt sie erst nach der Lieferung zu prüfen.
Robustbook bietet mit dem Durabook R8, dem Durabook S15, dem Durabook U11I, dem Durabook R11 und dem Durabook R11L robuste Laptops und Tablets mit optionaler RFID-Erfassung an. Für eine Beratung zur passenden Konfiguration steht das Team über die Kontaktseite zur Verfügung.