Die Frage „welches Outdoor-Tablet ist das beste" lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Anforderungen unterscheiden sich je nach Einsatzort stark. Dieser Artikel geht deshalb nicht Gerät für Gerät durch, sondern durch die Auswahlkriterien selbst: Welche Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf stellen, und wie gewichten Sie Schutzklasse, Display, Akkulaufzeit, Gewicht und Konnektivität für Ihren konkreten Einsatzbereich? Die folgenden sieben Schritte helfen bei der Vorauswahl, bevor Sie sich ein konkretes Modell im Detail ansehen. Eine Gerät-für-Gerät-Übersicht der aktuellen Durabook-Tablets finden Sie im Artikel Die besten Outdoor Tablets für den Außeneinsatz.
Bevor Sie sich für eine IP-Schutzklasse entscheiden, sollten Sie den tatsächlichen Einsatzort ehrlich beschreiben: Wird das Gerät gelegentlich Regen ausgesetzt, oder steht es dauerhaft in staubiger Werkstattluft? IP53 reicht für gelegentlichen Kontakt mit Staub und Sprühwasser, IP66 wird erst bei Strahlwasser oder dauerhafter Staubbelastung notwendig. Eine ausführliche Erklärung der Ziffern liefert der Artikel IP-Schutzklassen.
Fragen Sie sich, aus welcher Höhe ein Gerät im Alltag tatsächlich fallen könnte: aus der Hand bei der Arbeit an einer Werkbank, von einer Leiter, oder aus einem Fahrzeug. Ein nach MIL-STD-810 geprüftes Gerät übersteht definierte Falltests aus einer bestimmten Höhe auf eine bestimmte Oberfläche, nicht mehr und nicht weniger. Wie ein solcher Prüfaufbau konkret aussieht, erklärt der Artikel Fallschutz nach MIL-STD-810: Prüfaufbau und Aussagekraft.
Wird das Tablet überwiegend im Schatten oder in Innenräumen genutzt, reicht ein Standarddisplay aus. Wer regelmäßig bei direkter Sonneneinstrahlung arbeitet, sollte gezielt nach einer sonnenlichttauglichen Displayoption mit höherer Nit-Zahl fragen, da diese bei den meisten Geräten nicht zur Serienausstattung gehört. Mehr zur Nits-Skala liefert der Artikel Sunlight Readable Displays.
Vergleichen Sie die im Datenblatt angegebene Akkulaufzeit mit der Länge Ihrer typischen Schicht, nicht mit einer pauschalen Tagesangabe. Wer im Schichtbetrieb arbeitet oder ein Gerät über mehr als eine Schicht ohne Steckdose nutzen muss, sollte gezielt nach Geräten mit Hot-Swap-fähigem zweiten Akku oder einem Überbrückungsakku suchen, statt sich allein auf die Herstellerangabe zur Laufzeit zu verlassen.
Ein größeres Display erleichtert die Arbeit mit detailreichen Ansichten, erhöht aber auch das Gewicht. Wer ein Tablet über den ganzen Tag in einer Hand oder am Gürtel trägt, sollte ein kompakteres Modell bevorzugen, selbst wenn dafür ein kleineres Display in Kauf genommen werden muss. Wer dagegen überwiegend an einem festen Arbeitsplatz oder im Fahrzeug mit Dockingstation arbeitet, kann das Gewicht zugunsten eines größeren Displays vernachlässigen.
Prüfen Sie, ob am Einsatzort WLAN verfügbar ist oder ob eine Mobilfunkverbindung notwendig wird. Für Einsätze ohne feste Netzwerkinfrastruktur, etwa auf wechselnden Baustellen oder in der Forstwirtschaft, lohnt sich eine Konfiguration mit integriertem GPS und 4G-LTE oder 5G. Für den Einsatz an einem festen Standort mit vorhandenem WLAN ist diese Zusatzausstattung dagegen meist unnötiger Kostenfaktor.
Je nach Branche kommen weitere Kriterien hinzu: Für die Lagerlogistik ist ein Barcode-Scanner oder eine RFID-Option relevant, für explosionsgefährdete Bereiche in der chemischen Industrie eine ATEX-Zertifizierung, für sicherheitskritische Einsätze ein Smartcard-Leser oder ein TPM-Modul. Diese Zusatzfunktionen lassen sich bei den meisten Geräten nachträglich nicht mehr per Konfigurator ergänzen und sollten deshalb bereits bei der Erstkonfiguration mitgedacht werden.
Ein verbreiteter Fehler bei der Auswahl ist, sich auf Begriffe wie „robustes Aluminiumgehäuse" oder „stoßfest" zu verlassen, ohne die dahinterliegende Prüfnorm zu prüfen. Zwei Geräte mit identischem Gehäusematerial können vollkommen unterschiedliche Schutzklassen und Falltesthöhen erreichen. Verlassen Sie sich deshalb ausschließlich auf die im Datenblatt dokumentierten Werte für IP-Klasse und MIL-STD-Prüfung, nicht auf werbliche Formulierungen auf der Produktseite.
Viele der hier beschriebenen Zusatzfunktionen, etwa eine höhere Displayhelligkeit, ein zweiter Akku oder ein Erweiterungsmodul mit RFID, lassen sich nur bei der Erstkonfiguration auswählen. Ein nachträglicher Umbau ist bei den meisten robusten Tablets technisch nicht vorgesehen. Es lohnt sich deshalb, vor der Bestellung den vollständigen Konfigurator auf der jeweiligen Produktseite durchzugehen, statt sich auf die Standardausstattung zu verlassen und Optionen erst später nachzurüsten.
Nicht jede Aufgabe lässt sich mit einem Tablet lösen. Für reine Dateneingabe, Navigation und Dokumentation im Feld ist ein Tablet meist die leichtere und handlichere Wahl. Für rechenintensive Aufgaben wie CAD-Konstruktion, umfangreiche Tabellenkalkulationen oder die Arbeit mit mehreren Anwendungen gleichzeitig sind robuste Laptops wie das Durabook S15 oder S14I besser geeignet, schon allein wegen der physischen Tastatur und der größeren Displayfläche. Ein Vergleich der aktuellen Laptop-Modelle findet sich im Artikel Robuste Laptops.
Diese sieben Schritte lassen sich nicht immer eindeutig beantworten, insbesondere wenn sich Einsatzbereiche innerhalb eines Teams unterscheiden. In der Praxis hat es sich bewährt, die Anforderungen zunächst für das anspruchsvollste realistische Einsatzszenario zu definieren und erst danach zu prüfen, ob ein günstigeres Modell für die übrigen Einsatzfälle ausreicht. Für eine individuelle Einschätzung, welches Gerät und welche Konfiguration zu Ihrem Einsatzbereich passt, steht das Robustbook-Team über die Kontaktseite zur Verfügung. Eine tabellarische Übersicht aller aktuellen Tablets bietet zusätzlich die Vergleichstabelle Tablets.