Wer auf einem robusten Tablet eine Unterschrift erfassen, einen Plan markieren oder eine Skizze anfertigen will, trifft im Datenblatt auf drei Begriffe: kapazitiver Stift, aktiver Stift und Digitizer. Sie stehen dort meist nebeneinander, ohne dass jemand erklärt, worin sie sich unterscheiden. Dieser Beitrag klärt, was ein Digitizer ist, wie passive und aktive Stifte arbeiten, was Wacom und Microsoft zur Technik schreiben und welches Tablet aus unserem Sortiment laut Datenblatt welche Stifteingabe hat. Wie ein Touchscreen bei Regen und mit Handschuhen reagiert, steht im Beitrag Touch bei Nässe und mit Handschuhen. Hier geht es um den Stift.
Bild: Digitizer-Stift des Fieldbook P101, RobustBook-Produktfoto
Ein Digitizer erfasst die Position eines Stifts auf dem Display und gibt sie als Koordinaten an das Betriebssystem weiter. Microsoft trennt in seinen Leitfäden für Gerätehersteller zwischen dem Pen-Digitizer im Gerät und dem Stift, den es Transducer nennt. Der Digitizer ist also Elektronik im Tablet. Der Stift ist das zweite Teil, und beide müssen zueinander passen.
Im Datenblatt steht das Wort in mehreren Schreibweisen. Getac nennt beim UX10 einen „Dual-Modus (Multitouch + Digitizer)“, beim ZX80 einen „Dual-Mode-Touchscreen (Touch und Digitalisierer)“ und beim T800 einen „Dual-Mode-Touchscreen (Multi-Touch und Grafiktablett)“. Alle drei Formulierungen beschreiben eine Option: Neben der Fingererkennung arbeitet ein Digitizer für den Stift. Wer sie nicht bestellt, bekommt bei diesen Modellen den kapazitiven Touchscreen ohne Digitizer.
Ein passiver Stift hat keine eigene Elektronik. Zebra führt beim ET51 einen kapazitiven Touchscreen auf, der mit Finger, Handschuh und passivem Stift arbeitet, beim ET60 einen leitfähigen Stift, der separat erhältlich ist. Zu Druckstufen oder Neigung machen diese Zebra-Seiten bei den Stiften keine Angabe.
Bei unseren Tablets steht dieser Stifttyp in mehreren Datenblättern. Das RuggON PX501 G5 und das RuggON SOL 7 führen einen 2-mm-Hartspitzenstift und eine Handballenunterdrückung beim kapazitiven Multitouch. Das Getac K120 EX nennt einen Hard-Tip-Stylus, das Getac K120 die Bedienung mit Stift. Für das Durabook R8, das R10, das R11 und das R11L führt der Konfigurator auf der Produktseite einen „Ersatz-Stylus und Halteband für kapazitiven Touch“. Beim Schreiben liegt die Hand auf dem Glas. Eine Handballenunterdrückung nennen unsere Datenblätter nur bei RuggON.
Ein aktiver Stift arbeitet mit dem Digitizer des Geräts zusammen und nicht nur mit dem Touchcontroller. Dafür gibt es mehrere Verfahren, Wacom beschreibt zwei davon. Bei EMR (Electro-Magnetic Resonance) sitzt ein Sensor unter dem Display. Er erzeugt ein elektromagnetisches Feld, aus dem der Stift seine Energie bezieht, deshalb nennt Wacom den Stift kabel- und batterielos. Active ES (AES) arbeitet anders: Der Stift nutzt denselben Sensor und denselben Controller wie die Fingerbedienung, ein eigener Stiftsensor ist nicht nötig.
Microsoft führt daneben das Microsoft Pen Protocol (MPP). Laut Microsofts Supportseite passt ein Surface-Stift unter Umständen zu Geräten, die MPP unterstützen. Die MPP-Version des Geräts soll zu der des Stifts passen, und die Bedienung weicht je nach Gerätehersteller leicht ab. In einem Leitfaden für Hersteller nennt Microsoft MPP 2.6 und AES 2.1 als Beispiele für Spezifikationen, die festlegen, wie Stift und Digitizer Daten austauschen.
Für den Einkauf folgt daraus: Ein aktiver Stift passt zu dem Protokoll, das der Digitizer im Tablet spricht. Zebra nennt beim Windows-Tablet ET60W/ET65W neben einem passiven Stift im Lieferumfang eine Kompatibilität mit MPP-2.0-Stiften. Unsere Datenblätter schreiben nur „Digitizer“ oder „Digitizer-Stift“ und nennen kein Protokoll. Fragen Sie danach, bevor Sie Stifte aus dem Handel einplanen.
Getac bietet die Digitizer-Option bei mehreren Tablets an. Die Datenblätter des UX10, des ZX80 und des T800 nennen sie als Option. Beim UX10 EX, beim F110 EX und beim ZX80 EX steht der Dual-Modus ohne den Zusatz „optional“.
Handschuh- und Regenbedienung führen die Datenblätter als eigene Eigenschaft, nicht als Teil des Digitizers. Das Getac F110 G7 nennt Bedienung bei Regen oder mit Handschuhen, aber keinen Digitizer. Beim F110 EX stehen Digitizer und Handschuhbedienung nebeneinander. Wer mit Handschuhen arbeitet und zusätzlich unterschreiben lässt, muss also beide Merkmale im Datenblatt finden. Wie die Handschuhbedienung technisch funktioniert, erklärt der Beitrag zu Touch bei Nässe und mit Handschuhen.
Die Tabelle gibt die Angaben aus unseren Datenblättern gekürzt wieder. „Keine Angabe“ heißt, dass das Datenblatt dazu nichts nennt. Eine Zusage über die Lieferbarkeit einer Option ist damit nicht verbunden.
| Modell | Touch laut Datenblatt | Stift laut Datenblatt |
|---|---|---|
| Getac UX10, 10,1 Zoll, IP66 | kapazitiver Multi-Touchscreen mit LumiBond-Technologie | optional Dual-Modus (Multitouch + Digitizer) |
| Getac ZX80, 8 Zoll, IP67, Android 15.0 | kapazitiv | optional Dual-Mode-Touchscreen (Touch und Digitalisierer) |
| Getac K120, 12,5 Zoll, IP66 | kapazitiver Multi-Touchscreen, bedienbar mit Handschuhen oder bei Regen | bedienbar mit Stift, Digitizer nicht genannt |
| RuggON PX501 G5, 10,1 Zoll, IP65 | kapazitiver Multitouch, Handschuhbedienung, Wasser- und Handballenunterdrückung | 2-mm-Hartspitzenstift, optional Digitizer mit IP54-Stift |
| Fieldbook P122G2, 12,2 Zoll, IP65 | keine Angabe | Digitizer-Stift mit Akku im Lieferumfang |
| Durabook R8, 8,0 Zoll, IP66 | Sunlight-Readable-Touchscreen, 800 Nits | Eingabestift als Zubehör, Konfigurator mit Display-Option „Digitizer“ |
Beim Durabook R8 und R10 führt der Konfigurator auf der Produktseite in der Display-Auswahl eine Option „Digitizer“, beim R10 dazu einen „Ersatz-Digitizer-Stift“ und einen „Ersatz-Active-Pen“. Die Datenblätter beider Tablets nennen das nicht, beim R8 nur einen Eingabestift als Zubehör. Klären Sie vor der Anfrage, ob die Digitizer-Option zu Ihrer Konfiguration gehört.
Der Unterschied zu Getac liegt im Lieferumfang. Bei Getac ist der Digitizer eine Option am Display. Beim Fieldbook P101 und beim Fieldbook P122G2 führt das Datenblatt den Digitizer-Stift im Lieferumfang auf, beim P122G2 mit Akku. Welches Verfahren diese Stifte nutzen, steht in unseren Unterlagen nicht.
Ein Stift lohnt sich dort, wo kleine Felder getroffen oder Linien gezogen werden müssen: Unterschriften bei Zustellung und Übergabe in der Logistik, Markierungen in Plänen, Skizzen am Fahrzeug. Ob dafür ein Digitizer nötig ist, entscheidet die Software. Die Anwendung muss Stifteingaben als Tinte oder Unterschrift verarbeiten. Prüfen Sie das vor der Gerätewahl, nicht danach.
Die Grenzen sind konkret. Kein Datenblatt in unserem Bestand nennt Druckstufen oder eine Neigungserkennung, für Zeichenarbeit mit Druckabstufung gibt es deshalb keinen Beleg. Der Stift ist ein Teil, das verloren gehen kann, und der Stift des P122G2 hat einen eigenen Akku, den Sie in der Flottenplanung mitrechnen. Welches Tablet einen Stift als Zubehör führt, zeigt die Zeile „Stift“ in der Zubehörtabelle für Tablets. Vor der Bestellung helfen diese Fragen an den Lieferanten:
Ein kapazitiver Stift ersetzt den Finger durch eine leitfähige Spitze und arbeitet am normalen Touchscreen. Ein Digitizer-Stift gehört zu einem Digitizer im Gerät, der den Stift eigens erfasst. Bei den Getac-Tablets ist dieser Digitizer eine Option, beim Fieldbook P122G2 liegt laut Datenblatt ein Digitizer-Stift mit Akku bei.
Das hängt vom Stift ab. Ob ein passiver Stift reagiert, entscheidet der Touchscreen. Bei einem aktiven Stift muss das Protokoll zum Digitizer passen, Microsoft schreibt zum Beispiel, dass die MPP-Version zum Stift passen soll. Klären Sie das mit dem Hersteller, bevor Sie Stifte in größerer Zahl kaufen.
Nein. Die Datenblätter führen Handschuhbedienung als eigene Eigenschaft, zum Beispiel beim Getac K120, beim RuggON PX501 G5 und beim Getac F110 G7. Ein Digitizer kommt dazu, wenn Sie Stifteingabe brauchen.
Als Option führen ihn die Datenblätter von Getac UX10, ZX80 und T800 auf, als Dual-Modus ohne Zusatz das UX10 EX, das F110 EX und das ZX80 EX. Das RuggON PX501 G5 hat ihn optional mit IP54-Stift. Fieldbook P101 und P122G2 liefern einen Digitizer-Stift mit. Beim Durabook R8 und R10 nennt der Konfigurator eine Digitizer-Option.
Wer Unterschriften und Häkchen erfasst, kommt mit einem passiven Stift am kapazitiven Touchscreen aus, wie ihn RuggON, das Getac K120 und die Durabook-Tablets führen. Wer Freihandnotizen und Skizzen in einer Stift-Anwendung macht, braucht ein Tablet mit Digitizer: Getac UX10 oder ZX80 mit der Option, Fieldbook P101 oder P122G2 mit Stift im Lieferumfang, RuggON PX501 G5 mit Digitizer-Option. Für Zeichenarbeit mit Druckabstufung belegen unsere Datenblätter nichts. Wer fremde aktive Stifte nutzen will, klärt zuerst das Protokoll, denn das nennt kein Datenblatt von uns.
Das RobustBook-Team nennt Ihnen die Konfiguration mit der Stifteingabe, die zu Ihrer Anwendung passt.