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Getac UX10-EX der neuen Generation: ATEX-Tablet mit Core Ultra und Copilot+

Am 1. Oktober 2026 hat Getac in einer Pressemeldung aus Telford (Großbritannien) die nächste Generation des Tablets UX10-EX angekündigt: ein vollrobustes 10,1-Zoll-Gerät mit ATEX- und IECEx-Zertifizierung für die Zonen 2 und 22, das zugleich als Copilot+ PC mit Intel Core Ultra der Serie 2 geführt wird. Für Betriebe in Chemie, Energieversorgung, Öl und Gas ist das aus zwei Gründen bemerkenswert: Das Gerät verbindet Zonenzertifizierung mit aktueller KI-Hardware, und die neue Generation unterscheidet sich laut Datenblatt in mehreren Punkten vom bisherigen Stand. Dieser Beitrag fasst zusammen, was Getac selbst angibt, stellt die neuen Werte den bisherigen gegenüber und benennt offen, was die Quellen nicht eindeutig beantworten. Alle Angaben zur neuen Generation stammen von Getac (Pressemeldung vom 1. Oktober 2026, Produktseite und Produktdatenblatt); wir haben das Gerät nicht selbst geprüft.

Was Getac für die neue Generation angibt

Die Pressemeldung und die Getac-Produktseite nennen für die neue Generation folgende Eckdaten:

Zur Einordnung der Rechenleistung: Microsoft beschreibt Copilot+ PCs als Windows-11-Geräte mit einer NPU, die mehr als 40 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) leistet, und nennt die Intel-Core-Ultra-200V-Serie ausdrücklich als Copilot+-Plattform. Die von Getac angegebenen 48 TOPS liegen über dieser Schwelle.

Vorgänger und neue Generation im Vergleich

Die folgende Tabelle stellt die Werte aus dem bisherigen Herstellerdatenblatt des UX10-EX (Getac, Stand 21.04.2026) den Angaben der neuen Generation gegenüber (Getac-Produktdatenblatt, erzeugt am 23.09.2026, und Pressemeldung vom 1.10.2026). Aufgeführt sind nur Werte, die beide Quellen nennen oder bei denen das bisherige Datenblatt ausdrücklich keine Angabe machte.

MerkmalBisheriges DatenblattNeue Generation
ProzessorIntel Core i5-1235U (12. Generation), optional i5-1245U vPro, i7-1255U, i7-1265U vProIntel Core Ultra 5 236V, optional Core Ultra 7 266V (Serie 2)
NPUnicht genanntIntel AI Boost, bis 48 TOPS
Arbeitsspeicher8 GB DDR4, optional 16 oder 32 GB16 GB LPDDR5X (Memory on Package), weitere Größen nicht genannt
SSD256 GB, optional 512 GB oder 1 TB256 GB, optional 512 GB, 1 TB oder 2 TB
WLAN und BluetoothWi-Fi 6E (AX211), Bluetooth 5.3Wi-Fi 7 (BE201), Bluetooth 5.4
Thunderbolt 41 Anschluss2 Anschlüsse
Rückkamera8 MP, Autofokus13 MP, Autofokus
Standardakku11,1 V, typisch 4.200 mAh (min. 4.080 mAh)11,61 V, typisch 4.070 mAh (min. 3.800 mAh)
Gewicht1,38 kg1,15 kg (je nach Konfiguration)
Betriebstemperatur0 bis 55 °C-21 bis 55 °C
Display, Schutzart, Norm10,1 Zoll WUXGA, 1.000 nits, IP66, MIL-STD-810Hunverändert
Ex-KennzeichnungEx II 3G Ex ic op is IIC T4 Gc; Ex II 3D Ex ic op is IIIC T130°C Dcunverändert

Zwei Zeilen verdienen einen zweiten Blick. Erstens das Gewicht: Die Differenz von 1,38 auf 1,15 Kilogramm ergibt sich aus den beiden Datenblättern, eine Begründung nennt Getac nicht; zudem weist Getac darauf hin, dass Gewicht und Abmessungen je nach Konfiguration und Zubehör abweichen. Zweitens der Arbeitsspeicher: Das neue Datenblatt nennt nur noch 16 GB und führt, anders als das bisherige, keine größeren Ausführungen auf. Ob sich der Speicher später erweitern lässt, steht dort nicht. Wer Software mit hohem Speicherbedarf einsetzt, sollte die 16 GB gegen die eigenen Anforderungen prüfen, bevor die Flotte umgestellt wird.

Die Ex-Kennzeichnung: was in den Unterlagen steht und was offen bleibt

Getac gibt im Produktdatenblatt der neuen Generation zwei Kennzeichnungen an: „Ex II 3G Ex ic op is IIC T4 Gc“ für Gasatmosphären und „Ex II 3D Ex ic op is IIIC T130°C Dc“ für Staubatmosphären. Zur Kennzeichnung gehören die Gerätegruppe II und die Kategorie 3, bei Gas die Gruppe IIC mit der Temperaturklasse T4, bei Staub die Gruppe IIIC mit der Temperaturangabe T130 °C. Die Pressemeldung selbst nennt diese Angaben nicht. Sie finden sich nur im Produktdatenblatt (PDF) und in der Spezifikationstabelle der Getac-Produktseite.

Wichtig ist, was daraus nicht folgt. Die Kennzeichnung nennt, für welche Bedingungen das Gerät geprüft ist. Welche Zone im Betrieb tatsächlich vorliegt und ob die Kennzeichnung dazu passt, legt der Betreiber in seiner Explosionsschutzdokumentation fest. Das lässt sich nicht aus einer Produktmeldung ableiten.

Kurz zur Zone: Zone 2 (Gas) und Zone 22 (Staub) bezeichnen Bereiche, in denen eine explosionsfähige Atmosphäre normalerweise nicht oder nur kurzzeitig auftritt. Ein Gerät ist nur für die Zone freigegeben, für die es geprüft wurde; für Zone 0/20 geht die Zertifizierung nicht automatisch durch. Die Zoneneinteilung, die Unterschiede zwischen den Zonen und die Frage, wann ein Gerät überhaupt zonenzertifiziert sein muss, erklärt der Beitrag ATEX und Ex-Schutz: wann ein Gerät zonenzertifiziert sein muss.

Widerspruch bei Getac: „optional“ oder Standard?

Die Getac-Unterlagen sind an einer Stelle nicht einheitlich. Die Einleitung der Produktseite schreibt, das Tablet biete eine „optionale“ ATEX- und IECEx-Zertifizierung für Zone 2/22. In der Spezifikationstabelle derselben Seite und im Produktdatenblatt steht dagegen ohne Einschränkung „ATEX & IECEx certified“, und die Pressemeldung spricht von einem Tablet „featuring“ ATEX- und IECEx-Zertifizierungen. Ob die Zertifizierung bei jeder Konfiguration enthalten ist oder eine eigene Ausführung beziehungsweise Bestelloption darstellt, lässt sich aus den öffentlichen Quellen nicht sicher entnehmen.

Praktische Konsequenz: Lassen Sie sich vor der Bestellung die konkrete Konfiguration schriftlich bestätigen, und zwar einschließlich der Frage, ob sie die Ex-Kennzeichnung trägt. Das gilt besonders dann, wenn Sie Optionen wie Mobilfunk, größere SSD oder Zubehör hinzufügen: Für den Ex-Einsatz zählt, wie das Gerät als Ganzes zertifiziert ist.

Bauliche Maßnahmen laut Getac

Die Pressemeldung nennt als „eigensichere Designelemente“ Gummiabdeckungen an Führungsstiften und freiliegenden Metallteilen sowie geschlossene Anschlüsse und einen Bildschirmschutz. Sie sollen laut Getac helfen, das Risiko elektrischer Funken auszuschließen, die eine explosionsfähige Atmosphäre entzünden könnten. Ob diese Maßnahmen gegenüber dem Vorgänger neu sind oder dort ebenfalls vorhanden waren, sagt die Meldung nicht. Ebenso wenig erklärt sie, wie die Anschlüsse im Zonenbetrieb zu nutzen sind. Gerade bei zwei Thunderbolt-Anschlüssen und einem USB-Anschluss ist das eine Frage an Getac und an die für Ihren Betrieb zuständige Fachkraft für Explosionsschutz, bevor Kabel im Ex-Bereich gesteckt werden.

Zulassungen für Nordamerika, etwa nach Class I, Division 2, nennen die von uns geprüften Getac-Unterlagen (Pressemeldung, Produktseite, Produktdatenblatt) nicht. Wer eine solche Zulassung braucht, sollte sie gesondert anfragen und sich nicht auf die europäische ATEX-Kennzeichnung verlassen.

Copilot+ und NPU im Ex-Bereich: was die 48 TOPS bedeuten

Laut Getac kann die NPU KI-gestützte Aufgaben und Echtzeitanalysen am Einsatzort („at the edge“) beschleunigen; auf der Produktseite nennt Getac Datenerfassung und Entscheidungen in Echtzeit als Zweck. Was das konkret heißt, hängt von der eingesetzten Software ab: Eine NPU hilft nur Anwendungen, die sie ansprechen. Eine Wartungs-App, die nichts davon nutzt, läuft auf der neuen Generation zwar problemlos, profitiert von den 48 TOPS aber nicht. Wie eine NPU arbeitet, was die Bezeichnung Copilot+ PC technisch verlangt und wo die Grenzen lokaler KI liegen, steht im Beitrag Copilot+ PC und NPU: was die neue Geräteklasse bringt.

Für Betriebe mit Ex-Bereichen ist ein Punkt sachlich relevant: Lokale Verarbeitung bedeutet, dass Messwerte, Fotos von Anlagenteilen oder Prüfprotokolle auf dem Gerät bleiben können. Ob das für Ihre Datenschutz- oder Netzwerkvorgaben ein Vorteil ist, müssen Sie anhand Ihrer Anwendungen beurteilen. Die Meldung selbst enthält dazu keine Aussage, und Praxisberichte aus dem Ex-Einsatz liegen uns bislang nicht vor.

Wi-Fi 7 und Thunderbolt 4: was sich im Betrieb ändert

Der Sprung von Wi-Fi 6E auf Wi-Fi 7 zahlt sich nur aus, wenn auch die Access Points im Werk den Standard beherrschen und das 6-GHz-Band am Einsatzort zugelassen ist. In einer Anlage mit älterer WLAN-Infrastruktur verbindet sich auch die neue Generation lediglich auf dem Niveau der vorhandenen Technik. Die Hintergründe und Grenzen behandelt der Beitrag Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 im industriellen Umfeld.

Die neue Generation hat zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse statt bisher einem; sie sollen laut Getac hohe Übertragungsraten beim Anschluss mehrerer Geräte bieten. Was Thunderbolt 4 gegenüber einem einfachen USB-C-Anschluss tatsächlich leistet und wann es überflüssig ist, steht in Thunderbolt 4 am robusten Notebook. Für den Ex-Einsatz kommt eine Besonderheit hinzu: Ex-Geräte werden laut dem ATEX-Beitrag mit eigens für den Ex-Einsatz geprüftem Zubehör angeboten. Welches Zubehör für das UX10-EX vorgesehen ist, steht im Getac-Zubehörkatalog zum Gerät; die Zulassung des jeweiligen Zubehörs sollten Sie sich bestätigen lassen.

Für welche Einsätze Getac das Gerät vorsieht

Die Getac-Produktseite ordnet das UX10-EX vier Bereichen zu: Versorgungsunternehmen (etwa Zählerablesung und -installation, Betriebssicherheit, Anlagenverwaltung, mobile Geoinformationssysteme), Industrie und Fertigung (etwa Inspektion und Compliance, Lagerverwaltung, Anlagenüberwachung), Rohstoffgewinnung (Bergbau, Forst) sowie Öl und Gas (etwa Fernunterstützung, Anlagenverwaltung, Feldanalyse). Die Pressemeldung nennt Versorger, Fertigung und Öl und Gas als Zielgruppen. Ob in einem konkreten Betrieb Zone 2/22 überhaupt der richtige Rahmen ist, klärt die Gefährdungsbeurteilung; die Branchenseite Industrie gibt einen Überblick über die typischen Anforderungen robuster Geräte im Werk, ohne die Zonenfrage zu ersetzen.

Weitere Ex-Geräte im Sortiment

Das UX10-EX ist nicht das einzige Ex-Tablet im Sortiment. Nach den Produktseiten sind neben dem UX10-EX vier weitere Getac-Ex-Modelle gelistet (daneben führt das Sortiment Ex-Varianten von Durabook, siehe ATEX-Beitrag):

Bildschirmgröße und Zone sind die auf den Produktseiten sofort erkennbaren Unterschiede. Wer Zone 0/20 braucht, findet laut den Produktseiten unter den Getac-Modellen nur das EX80; für Zone 2/22 stehen mehrere Geräte zur Wahl.

Was Sie vor der Bestellung klären sollten

Häufig gestellte Fragen

Ist das neue UX10-EX schon erhältlich?

Getac schreibt in der Pressemeldung vom 1. Oktober 2026, die neue Generation sei „available now“. Zu Lieferzeiten und Verfügbarkeit in Deutschland machen die Quellen keine Angabe. Fragen Sie dazu beim RobustBook-Team an.

Für welche Zonen ist das UX10-EX zertifiziert?

Laut Getac für ATEX und IECEx Zone 2/22, also für Bereiche mit Gas- beziehungsweise Staubatmosphären, die normalerweise nicht oder nur kurzzeitig auftreten. Für Zone 0/20 und Zone 1/21 ist das Gerät laut den Unterlagen nicht ausgewiesen.

Ist die ATEX-Zertifizierung Standard oder Option?

Die Getac-Seite nennt sie in der Einleitung „optional“, in der Spezifikationstabelle aber ohne Einschränkung. Bestätigen Sie die Konfiguration vor der Bestellung.

Was ist ein Copilot+ PC?

Nach Microsoft ein Windows-11-Gerät mit einer NPU, die mehr als 40 TOPS leistet. Das UX10-EX erreicht laut Getac bis zu 48 TOPS. Ob Ihre Anwendungen davon profitieren, hängt von der Software ab.

Fazit

Die neue Generation des Getac UX10-EX bringt gegenüber dem bisherigen Datenblatt eine NPU, Wi-Fi 7, einen zweiten Thunderbolt-Anschluss, 16 GB Arbeitsspeicher als einzige genannte Größe, eine Rückkamera mit 13 statt 8 Megapixeln, einen auf -21 °C erweiterten Betriebstemperaturbereich und ein geringeres Gewicht. Statt eines Intel Core i der 12. Generation steckt nun ein Core Ultra der Serie 2 im Gerät. Unverändert bleiben Display, IP66, MIL-STD-810H und die Ex-Kennzeichnung für Zone 2/22. Offen bleibt, ob die Ex-Zertifizierung bei jeder Konfiguration enthalten ist; das sollten Sie sich vor der Bestellung bestätigen lassen. Bei der Auswahl zwischen den Ex-Modellen im Sortiment helfen Ihnen die RobustBook-Berater gerne, unter anderem bei der Frage, welche Zone und welche Kennzeichnung zu Ihrem Einsatzbereich passen.