Ein Drohnen-Controller mit Display vereint Sticks, Schalter und einen Bildschirm für Videobild, Telemetrie und Karte in einem Gerät. Im professionellen Einsatz stehen dieselben Fragen an wie bei jedem Feldgerät: Ist das Display bei Sonne ablesbar, hält das Gehäuse Regen und Staub aus, und startet das Gerät bei Kälte? Dieser Beitrag vergleicht zwei Geräte aus dem RobustBook-Sortiment, die für diese Aufgabe gebaut sind. Das RuggON Spark 7 GSS RTK ist ein Android-Handgerät mit Joysticks. Die Durabook GC-R8 ist ein Steuerpult, in das das Durabook R8 Tablet eingesetzt wird. Alle Gerätewerte stammen aus den Herstellerdatenblättern und den Produktseiten von RobustBook. Angaben zu Controllern anderer Hersteller stammen von deren eigenen Webseiten und dienen nur der Einordnung. Welche Drohne eines der beiden Geräte steuert, nennt keines der Datenblätter. Das klären Sie vor dem Kauf, und der Beitrag zeigt, welche Fragen dazugehören.
Ein Controller hat drei Aufgaben. Er sendet Steuerbefehle zur Drohne, empfängt Videobild und Telemetrie und zeigt beides an. Bei Controllern für den Alltag sitzen Sticks und Bildschirm in einem Gehäuse. Im professionellen Einsatz heißt das Gerät oft Ground Control Station, auf Deutsch Bodenstation. RuggON nennt das Spark 7 im Datenblatt „Ground Control System“, Durabook nennt die GC-R8 eine „Bodenkontrollstation“.
Für die Telemetrie führt das Datenblatt des Spark 7 das Protokoll MAVLink auf. Laut mavlink.io ist MAVLink ein sehr leichtes Nachrichtenprotokoll für die Kommunikation mit Drohnen und zwischen deren Bordkomponenten. Die Projektseite nennt Drohnen, Ground Control Stations und andere MAVLink-Systeme als Teilnehmer, die darüber Daten austauschen.
Zur Einordnung der Größenordnung dienen zwei Controller von DJI, die RobustBook nicht vertreibt. Der DJI RC hat laut DJI-Spezifikationsseite ein 5,5-Zoll-Display mit 1920×1080 Pixeln und 700 Nits, einen Betriebstemperaturbereich von -10 °C bis 40 °C und eine Betriebszeit von 4 Stunden. Der DJI RC Plus 2 Enterprise Enhanced hat laut DJI Store ein „High-bright display“ ohne Nit-Angabe, die Schutzart IP54, einen Betriebstemperaturbereich von -20 °C bis 50 °C und einen Lithium-Ionen-Akku mit 6500 mAh bei 7,2 V. Diese Zahlen sind der Maßstab für die Werte der beiden Geräte weiter unten.
Beim Spark 7 sitzen Bildschirm, Bedienelemente und Funkmodul in einem Gehäuse. Das Datenblatt (RuggON, Stand 08.01.2026) nennt ein 7-Zoll-Display mit 1080p und 1680 Nits, sonnenlesbar und mit Touch. Der Prozessor ist der Qualcomm Dragonwing QCS6490, dazu kommen 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicher, erweiterbar per MicroSD. Das Betriebssystem ist Android 14, die Steuersoftware heißt im Datenblatt „Flight Controller APP in Android“.
An Bedienelementen hat das Gerät zwei Joysticks, einen Gimbal-Joystick (Auslöser), einen Kippschalter, vier Funktionstasten, zwei Daumenräder und eine Ein-/Aus-Taste. Das Funkmodul ist ein MIMO-Modul mit zwei bis vier Antennen. Das Datenblatt nennt die Frequenzen 1,6 GHz, 2,4 GHz und 5,8 GHz, die Sendeleistungen 0,2 W, 0,25 W, 1 W und 2 W sowie eine Reichweite von 2 km bis 150 km, jeweils abhängig vom eingesetzten Funkmodul. Die Fernsteuerung läuft über USB und S.BUS/i.Bus, die Telemetrie über MAVLink, das Video über RTSP. Möglich sind Punkt-zu-Punkt- und Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen. Die AES-Verschlüsselung mit 128 Bit oder 256 Bit ist eine Option.
Das Gehäuse ist nach IP65 und MIL-STD-810H ausgelegt, der Betriebstemperaturbereich reicht von -20 °C bis 50 °C. Die Maße betragen 263,8 × 166,9 × 68,4 mm, ein Gewicht nennt das Datenblatt nicht. Ein Griff, eine rutschfeste Oberfläche und ein Stativgewinde gehören zur Bauform. Strom kommt über einen im Betrieb tauschbaren Akku (Kapazität nicht angegeben) oder ein Netzteil mit 65 W bei 20 V. Anschlüsse sind USB-C (USB 3.1, DisplayPort), USB 2.0 und RJ45, optional eine Nett-Warrior-Schnittstelle. Für die Datenverbindung nennt das Datenblatt Ethernet und Wi-Fi 6E.

Die GC-R8 hat weder einen eigenen Bildschirm noch einen eigenen Akku. Sie ist ein Steuerpult mit einem Mikrocontroller der STM32L-Serie, in das das Durabook R8 Tablet eingesetzt wird. Display, Rechenleistung und Strom (19 V Gleichstrom) kommen vom Tablet. Das Datenblatt (Durabook, Stand 22.09.2025) nennt je Seite einen Hall-Effekt-Joystick, links wahlweise ein Steuerpad, außerdem einen Drucktaster mit Flip-Schutzabdeckung, zwei Drucktaster und einen Drucktaster auf der Rückseite. Optional sind je Seite drei Kippschalter mit Schutzbarrieren und ein Rändelrad auf der Rückseite.
Die Anschlüsse sind M12-Militäranschlüsse für Gleichstrom, LAN (RJ-45 10/100/1000) und USB 2.0. Optional kommen je zwei Antennenanschlüsse für WLAN und für WWAN dazu. Für die Montage nennt das Datenblatt das VESA-Lochmuster 75 mm und 100 mm sowie Löcher für einen Stylushalter. Als Zubehör sind Schultergurte mit zwei oder vier Punkten, D-Ring-Schrauben und ein Stylus aufgeführt. Die GC-R8 ist nach IP66 und MIL-STD-810H ausgelegt. Der Betriebstemperaturbereich liegt bei -20 °C bis 60 °C, die Lagertemperatur bei -51 °C bis 71 °C, die Luftfeuchtigkeit bei 5 % bis 95 %. Die Maße betragen 365 × 180 × 69,9 mm, das Gewicht liegt unter 1,2 kg und variiert mit der Konfiguration. Ob das Tablet in diesem Wert enthalten ist, sagt das Datenblatt nicht.
Das Tablet bringt ein 8,0-Zoll-Display mit 1280 × 800 Pixeln und 800 Nits mit, einen Intel Core i5-1230U mit vPro oder einen Intel Pentium Gold 8500 und 0,86 kg Gewicht. Es läuft unter Windows 11 Professional, hat einen austauschbaren Akku mit 3600 mAh und ist nach IP66, MIL-STD-810H und MIL-STD-461G ausgelegt. Das Datenblatt der GC-R8 nennt weder eine Steuersoftware noch eine Drohne. Ob die Software Ihres Drohnenherstellers unter Windows 11 läuft und die Sticks der GC-R8 erkennt, steht in keinem der Dokumente.

Die Tabelle fasst die Kerndaten aus den Datenblättern zusammen. Das Getac ZX80 steht als Vergleich in der Tabelle: ein Android-Tablet ohne Sticks.
| Gerät | Display und Helligkeit | Schutzart und Norm | Betriebstemperatur | Gewicht | Plattform |
|---|---|---|---|---|---|
| RuggON Spark 7 GSS RTK | 7 Zoll, 1080p, 1680 Nits | IP65, MIL-STD-810H | -20 °C bis 50 °C | nicht angegeben | Android 14, Qualcomm Dragonwing QCS6490 |
| Durabook GC-R8 | kein Display | IP66, MIL-STD-810H | -20 °C bis 60 °C | unter 1,2 kg | Mikrocontroller STM32L, Display und Strom vom R8 |
| Durabook R8 (Tablet in der GC-R8) | 8,0 Zoll, 1280 × 800, 800 Nits | IP66, MIL-STD-810H, MIL-STD-461G | -20 °C bis 60 °C | 0,86 kg | Windows 11 Professional, Intel Core i5-1230U |
| Getac ZX80 (Tablet ohne Sticks) | 8 Zoll, 1920 × 1200, 1000 Nits | IP67, MIL-STD-810H | -29 °C bis 63 °C | 590 g | Android 15.0, Qualcomm QCS6490 |
Das Spark 7 hat mit 1680 Nits das hellste Display unter den Geräten im Sortiment, für die ein Helligkeitswert belegt ist. Das R8 in der GC-R8 hat 800 Nits, das ZX80 1000 Nits, der DJI RC 700 Nits. Ab etwa 1000 Nits gilt ein Display als sonnenlichttauglich, Hintergründe stehen im Beitrag Sonnenlesbare Displays: Nits und Entspiegelung. Wer überwiegend in direkter Sonne fliegt, vergleicht die Displays besser vor Ort, denn auch Entspiegelung und Blickwinkel entscheiden über die Ablesbarkeit.
Das Spark 7 hat einen im Betrieb tauschbaren Akku, nennt aber keine Kapazität und keine Laufzeit. Das R8 erreicht laut Datenblatt mit dem Standardakku 8,5 Stunden, mit dem optionalen Akku (7200 mAh) 17 Stunden, und der Wechsel dauert 5 Minuten. Diese Laufzeit gilt für das Tablet allein. Für die Kombination mit der GC-R8 gibt es keinen Wert. Wie ein tauschbarer Akku den Schichtbetrieb ändert, beschreibt der Beitrag Wechselakku und Hot-Swap.
Beide Geräte arbeiten laut Datenblatt ab -20 °C. Nach oben reicht das Spark 7 bis 50 °C, die GC-R8 bis 60 °C. Der DJI RC nennt -10 °C bis 40 °C, der DJI RC Plus 2 Enterprise Enhanced -20 °C bis 50 °C. Für Einsätze im Winter ist die Untergrenze das wichtigere Kriterium. Das ZX80 reicht in der Tabelle mit -29 °C am weitesten.
RTK steht im Produktnamen des Spark 7. Das Herstellerdatenblatt führt in der Kopfzeile unter den Merkmalen „GNSS RTK Positioning“, daneben unter anderem AES-256-Datenverschlüsselung, programmierbare Tasten für Flugmodi, eine Anti-Jamming-Lösung und Satellitenkommunikation über LEO. Die Spezifikationstabelle nennt zu RTK keinen GNSS-Empfänger, keine Satellitensysteme, keine Genauigkeit und keinen Antennenanschluss. Auf der Produktseite spricht RuggON von RTK-Positionierung mit Zentimetergenauigkeit, nennt aber keine Zahl und keine Messbedingung.
Das Datenblatt sagt auch nicht, wofür das Spark 7 seine RTK-Position verwendet. Ob die Drohne selbst einen RTK-Empfänger hat, steht ebenfalls nicht in den Dokumenten des Controllers. Die GC-R8 hat im Datenblatt keinen Satellitenempfänger. Beim R8 ist GPS eine Option, RTK nennt sein Datenblatt nicht. Wie ein RTK-Aufbau mit Basis und Korrekturdaten funktioniert, erklären die Beiträge GPS, GNSS und RTK: Genauigkeitsklassen erklärt und RTK-Rover am Tablet.
Bei beiden Geräten hängt die Verbindung zur Drohne an Bauteilen, die nicht im Grunddatensatz stehen. Beim Spark 7 gelten Frequenz, Sendeleistung und Reichweite je nach Funkmodul, das Datenblatt nennt keine konkrete Kombination. Die GC-R8 hat LAN und USB sowie optionale Antennenanschlüsse für WLAN und WWAN. Das Datenblatt spricht von Kommunikation über drahtgebundene und drahtlose Datenlinks, ohne ein Protokoll oder eine Drohne zu nennen. Vor der Bestellung sollten daher vier Punkte schriftlich geklärt sein:
Der Controller ändert nichts an der rechtlichen Einordnung eines Flugs. Die Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 gliedert Drohnenbetrieb in die Kategorien „Open“, „Specific“ und „Certified“. Nach der EASA-Seite zur Specific-Kategorie fällt ein Flug in diese Kategorie, wenn er außerhalb der Grenzen der Open-Kategorie liegt. EASA nennt als Beispiele Flüge höher als 120 m über Grund, Drohnen mit einer maximalen Startmasse über 25 kg und Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS). Für die Open-Kategorie nennt EASA bei den Klassen C0 bis C4 eine Flughöhe unter 120 m. Welche Regeln für Ihren Einsatz gelten, klären Sie mit der zuständigen Luftfahrtbehörde.
Ein Gerät oder System am Boden, über das ein Pilot eine Drohne steuert und deren Daten empfängt. Die MAVLink-Projektseite zählt Ground Control Stations zu den Systemen, die per MAVLink mit der Drohne kommunizieren. RuggON und Durabook verwenden die Begriffe „Ground Control System“ und „Bodenkontrollstation“ für Spark 7 und GC-R8.
Nein. Laut Durabook ist die GC-R8 eine Bodenkontrollstation ohne eigenes Display und ohne eigenen Arbeits- oder Massenspeicher. Sie nutzt Display, Speicher und Strom des eingesetzten R8-Tablets, dessen Display 8,0 Zoll und 800 Nits hat.
Das Datenblatt nennt 1680 Nits bei 7 Zoll und 1080p, sonnenlesbar und mit Touch. Das ist der höchste Helligkeitswert unter den Geräten im Sortiment, für die ein Wert vorliegt.
Das lässt sich aus dem Datenblatt nicht ableiten. Es nennt weder eine Drohnenmarke noch eine Steuersoftware von Drittanbietern, sondern die Protokolle USB, S.BUS/i.Bus, MAVLink und RTSP und ein austauschbares Funkmodul. Ob Ihre Drohne damit zusammenarbeitet, bestätigen RuggON und der Hersteller der Drohne.
Das Spark 7 passt zu Teams, die ein Handgerät mit Sticks, Android 14 und dem hellsten Display im Sortiment wollen und die Funkstrecke samt Software mit dem Hersteller klären. Es passt weniger, wenn die Steuersoftware nur unter Windows läuft. Die GC-R8 mit dem R8 passt zu Teams, die Windows-Software brauchen, das Pult an einer VESA-Halterung oder am Schultergurt tragen wollen und ein Tablet mit 800 Nits akzeptieren. Das Display kommt dort vom Tablet, und das Gesamtgewicht der Kombination steht in keinem Datenblatt.
Wer eine Drohne mit mitgeliefertem Controller des Herstellers fliegt, fragt zuerst diesen Hersteller, ob er den Betrieb mit Fremdgeräten vorsieht. Wer eine dokumentierte Zentimetergenauigkeit schuldet, etwa in der Vermessung, sollte sich nicht auf eines der beiden Geräte verlassen: Kein Datenblatt nennt eine RTK-Genauigkeit oder eine Fix-Zeit. Weitere Android-Geräte für den Einsatz im Freien zeigt die Übersicht Outdoor Tablet, Geräte für Einsatzkräfte die Branchenseite Öffentliche Sicherheit.
Bei Fragen, welches Gerät zu Ihrer Drohne und Ihrem Einsatz passt, unterstützt Sie das RobustBook-Team gerne bei der Auswahl.