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IP53 im Detail: Sprühwasser, Staubschutz und die Notebooks, die diese Schutzart tragen

IP53 steht in 4 der 45 Datenblätter, die wir auf robustbook.bitblade.io führen, und alle vier gehören zu Notebooks: Getac S410 G5, Getac S510, Durabook S14I und Durabook S15. Von den 13 Notebooks im Sortiment tragen damit vier IP53, vier IP65, vier IP66 und eines IP5X. Die Angabe heißt: geschützt gegen Staub in schädigender Menge und gegen Sprühwasser. Das ist enger gefasst, als es klingt. Die zweite Ziffer 3 prüft Wasser, das von oben oder schräg von oben fällt. Wasser aus flachem Winkel, der Wasserschlauch und das Untertauchen gehören nicht dazu. Dieser Beitrag legt die Prüfung hinter der Ziffer 3 offen, stellt sechs Notebooks mit ihren Datenblattwerten nebeneinander und klärt, warum beim Durabook S15 im Datenblatt „IP53 (optional)“ steht. Wie die Kennziffern grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Überblick IP-Schutzklassen. Hier geht es nur um die Kombination aus 5 und 3.

Was IP53 zusichert

Die beiden Ziffern sind in der IEC 60529 festgelegt, in Deutschland als DIN EN 60529, und werden getrennt geprüft. Die 5 an erster Stelle bedeutet nach der Beschreibung auf Wikipedia: Staub wird nicht vollständig ferngehalten, er darf aber nicht in einer Menge eindringen, die den sicheren Betrieb stört. Diese Stufe teilt sich IP53 mit IP54 und IP55. Wie sie sich von der staubdichten 6 unterscheidet, steht im Beitrag IP54 im Detail.

Die 3 an zweiter Stelle verlangt: Wasser, das als Sprühregen in einem Winkel von bis zu 60° von der Senkrechten fällt, darf keine schädliche Wirkung haben. Mehr sagt die Ziffer nicht. Sie beschreibt einen festgelegten Prüfaufbau.

Die Sprühwasserprüfung der Ziffer 3

Die Norm lässt zwei Aufbauten zu. Welchen ein Prüflabor wählt, hängt vom Gerät ab. Die Werte der folgenden Tabelle stammen aus Wikipedia (IP Code), der Beschreibung auf ingressprotectiontest.com und den Hinweisen von Eurotech zur Prüfpraxis:

PrüfgrößeSchwenkrohrSprühdüse mit Schild
AufbauRohr mit Sprühöffnungen, das beidseits der Senkrechten 60° überstreichtHanddüse mit gegengewichtetem Schild
Wassermenge0,07 l/min je Bohrung10 l/min bei 50 bis 150 kPa
Dauer5 Minuten, dann Prüfling um 90° gedreht, weitere 5 Minuten1 Minute je m² Gehäusefläche, mindestens 5 Minuten
Bestanden, wenndas Wasser keine schädliche Wirkung hat

Bei einem Notebook gilt bei der Düse immer das Minimum von 5 Minuten, denn seine Oberfläche liegt weit unter 5 m². Beim Schwenkrohr sind es insgesamt 10 Minuten. Der Schild ist der Unterschied zur Ziffer 4: Dieselbe Düse ohne Schild gehört nach Wikipedia zur Prüfung auf Spritzwasser aus allen Richtungen. Die Ziffer 3 begrenzt den Winkel also bewusst.

Eurotech weist außerdem darauf hin, dass eine Prüfung auch an einem leeren Gehäuse stattfinden kann und ein Ergebnis nicht automatisch gilt, sobald Kabel, Anschlüsse, Lüftungsöffnungen und wärmeerzeugende Bauteile eingebaut sind. Für Käufer folgt daraus eine einfache Frage: Für welche Konfiguration liegt der Prüfbericht vor?

Was die 60° ausschließen

60° von der Senkrechten bedeutet: Wasser fällt von oben oder schräg von oben auf das Gerät. Trifft es flacher als 30° über der Waagerechten ein, liegt es außerhalb des Prüfaufbaus. Das kann bei Regen mit Seitenwind der Fall sein, ebenso bei Wasser, das vom nassen Boden hochspritzt. Die Prüfzeit ist kurz, und die Ziffer sagt nichts darüber, wie lange ein Gerät Dauerregen übersteht. Die höheren Ziffern prüfen jeweils eine andere Belastung:

Bis zur Ziffer 6 bauen die Wasserstufen nach Wikipedia aufeinander auf. Ab der 7 gilt das nicht mehr, weil dort eine andere Belastung geprüft wird.

Die Notebooks im Bestand mit IP53 im Datenvergleich

Die folgende Tabelle zeigt die vier Notebooks mit IP53 und zur Einordnung zwei Notebooks mit IP66. Die Werte stammen aus der Kerndatentabelle der Datenblätter, die wir aus den Herstellerdatenblättern von Getac und Durabook aufgebaut haben:

GerätSchutzartDisplayGewichtBetriebstemperaturMIL-STD
Getac S410 G5IP5314 Zoll2,38 kg-29 °C bis 63 °CMIL-STD-810H
Getac S510IP5315,6 Zoll2,35 kg-29 °C bis 63 °CMIL-STD-810H
Durabook S14IIP5314,0 Zoll2,37 kg-29 °C bis 63 °CMIL-STD-810H
Durabook S15IP53 (optional)15,6 Zoll2,6 kg-20 °C bis 60 °CMIL-STD-810H
Durabook Z14IIP6614,0 Zoll3,6 kg-29 °C bis 63 °CMIL-STD-810H, MIL-STD-461G
Getac B360 G3IP6613,3 Zoll2,32 kg-29 °C bis 63 °CMIL-STD-810H, MIL-STD-461G

Zwei Beobachtungen lassen sich aus den Zahlen ablesen. Erstens ist die Schutzart kein Hinweis auf das Gewicht: Das Getac B360 G3 hat IP66 und wiegt 2,32 kg, weniger als jedes der vier IP53-Modelle. Das Durabook Z14I hat dasselbe Display von 14,0 Zoll wie das S14I, wiegt aber 3,6 kg statt 2,37 kg. Beide Gewichtsangaben variieren laut Datenblatt je nach Konfiguration. Zweitens legt die Schutzart auch den Temperaturbereich nicht fest. Drei der vier IP53-Geräte arbeiten von -29 °C bis 63 °C, genau wie die beiden IP66-Geräte. Nur das S15 liegt mit -20 °C bis 60 °C darunter.

Warum die Hersteller bei diesen Modellen IP53 vergeben, geben die Datenblätter nicht an, und wir deuten es hier nicht. Die Schutzart aller 13 Notebooks lässt sich in der Vergleichstabelle Laptops nebeneinanderlegen. Getac führt beim S410 auf der Herstellerseite zusätzlich eine spritzwassergeschützte Tastatur und „sealed ports and connectors“ auf. Das sind eigene Merkmale neben IP53, keine Teile der Ziffer.

„IP53 (optional)“ beim Durabook S15

Beim S15 trägt die Zeile „IP-Schutzart“ im Datenblatt den Zusatz „(optional)“. Das stammt aus dem Herstellerdatenblatt DURABOOK_DM_S15_DE_20251128. Die Herstellerseite von Durabook ist dabei nicht einheitlich: In der Liste der Rugged Specs steht „IP 53 certified (optional)“, im einleitenden Text heißt es, das S15 sei mit IP53 und MIL-STD-810H zertifiziert, ohne Zusatz. Die Herstellerbeschreibung zur Konfiguration „Standard Plus“ auf unserer Produktseite nennt IP53 als Merkmal dieser Version. Das ältere Durabook S15AB führt dagegen IP5X, also eine Angabe ohne Aussage zu Wasser.

Was das S15 ohne diese Option trägt, steht in keinem der Dokumente, die uns vorliegen. Wer ein S15 wegen des Sprühwasserschutzes wählt, sollte die Konfiguration mit IP53 im Angebot ausdrücklich ausweisen lassen. Das Durabook S15 führt außerdem „Port covers“ als Merkmal. Ob die Prüfung mit geschlossenen Abdeckungen stattfand, nennen unsere Datenblätter bei keinem der vier Geräte.

Wo IP53 reicht und wo nicht

Unsere Einschätzung, keine Normaussage: IP53 passt zu Notebooks, die überwiegend im Fahrzeug, in der Werkstatt, im Lager oder im Gebäude arbeiten und gelegentlich Regen von oben abbekommen. Das ist der Prüffall der Ziffer 3. Im Freien entscheiden Wind, Pfützen und die Art der Reinigung. Vor der Entscheidung helfen vier Fragen:

Für zwei Einsätze passt keines der vier Geräte: das Abspritzen mit dem Schlauch und das Untertauchen. Gegen den Schlauch sind die Notebooks mit IP65 und IP66 geprüft, vier und vier im Bestand, darunter das Durabook Z14I und das Getac B360 G3 aus der Tabelle. Eine Übersicht aller 16 Modelle bietet die Seite Outdoor Laptop. Zum Untertauchen gibt es unter den Notebooks im Bestand kein Gerät mit IP67 oder IP68. IP67 tragen fünf Geräte, alles Tablets und Handhelds: Getac ZX80, Getac ATEX EX80 sowie Fieldbook F57G2, N101 und N80G2. Für Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung führt unter den Notebooks keines die Klasse IP69K.

Häufige Fragen

Ist ein Notebook mit IP53 wasserdicht?

Nein. „Wasserdicht“ ist kein Begriff der Norm. Die Ziffer 3 deckt Sprühwasser bis 60° von der Senkrechten ab. Strahlwasser und Untertauchen sind nicht geprüft.

Kann ich ein IP53-Notebook im Regen benutzen?

Regen, der von oben fällt, entspricht dem Prüfbild. Regen mit Seitenwind oder Spritzer vom Boden liegen außerhalb des Winkels. Die Prüfung dauert 10 Minuten beim Schwenkrohr und mindestens 5 Minuten bei der Düse. Über längeres Arbeiten im Dauerregen sagt die Ziffer nichts aus.

Ist IP5X schlechter als IP53?

Sie sind nicht vergleichbar. Das X bedeutet nach Wikipedia, dass nicht genug Daten vorliegen, um eine Stufe zu vergeben. IP5X sagt also nichts über Wasser aus, weder Schutz noch fehlenden Schutz. IP53 dokumentiert dagegen eine bestandene Sprühwasserprüfung.

Gilt IP53 für jede Konfiguration eines Modells?

Das lässt sich aus dem Datenblatt allein nicht ablesen. Das S15 zeigt den Fall: Dort hängt IP53 an einer Option. Fragen Sie bei Konfigurationen mit zusätzlichen Schnittstellen, Laufwerksschächten oder Antennen nach dem Prüfbericht für genau diese Ausführung.

Wer IP53 nehmen sollte und wer nicht

IP53 lohnt sich, wenn das Notebook überwiegend trocken steht und Wasser nur von oben zu erwarten ist. Bei Gewicht und Display liegen die vier Geräte eng zusammen: 14 Zoll bieten das Getac S410 G5 mit 2,38 kg und das Durabook S14I mit 2,37 kg, 15,6 Zoll das Getac S510 mit 2,35 kg. Das Durabook S15 wiegt 2,6 kg, hat den engeren Temperaturbereich von -20 °C bis 60 °C und trägt IP53 nur in der entsprechenden Konfiguration. Es ist die Wahl, wenn seine Ausstattung gebraucht wird und die Ausweisung von IP53 im Angebot steht.

Wer das Gerät abspritzt oder in nasser Umgebung auf dem Boden abstellt, sollte bei den Modellen mit IP65 oder IP66 suchen. Das Getac B360 G3 zeigt mit 2,32 kg, dass das nicht mit mehr Gewicht erkauft sein muss. Wer mit Untertauchen rechnet, findet unter den Notebooks im Bestand kein passendes Gerät und muss auf ein IP67-Tablet ausweichen. Welches Gerät zu Ihrem Einsatz passt, klären wir gern mit Ihnen anhand der Datenblätter.