Fachhändler · Lauchringen
Blog

Intel vPro in robusten Notebooks und Tablets: Fernwartung und Sicherheit

In 18 Datenblättern unseres Sortiments steht „vPro“, bei Getac und bei Durabook, meist als Option in der Prozessorzeile. Das Wort allein sagt wenig. Intel führt vPro in zwei Stufen, Essentials und Enterprise, und nur die zweite bringt Intel AMT mit, also die Verwaltung eines Geräts auch dann, wenn Windows nicht startet oder das Gerät ausgeschaltet ist. Wer eine Flotte robuster Notebooks oder Tablets betreibt, sollte deshalb vor der Bestellung wissen, welche Stufe im Datenblatt steckt. Dieser Beitrag fasst zusammen, was Intel zu vPro angibt, worin sich die Stufen unterscheiden, was Fernwartung und Hardware-Sicherheit im Feldeinsatz leisten und welche Geräte aus unseren Datenblättern vPro nennen. Die Aussagen zu vPro stammen von intel.com, die Gerätedaten aus den Datenblättern auf dieser Seite.

Intel vPro ist eine Plattform, kein Prozessor

Intel beschreibt vPro als integrierte, geprüfte Plattform im PC. Sie bündelt Leistung, hardwarebasierte Sicherheit, Verwaltbarkeit und Stabilität. Voraussetzung ist laut Intel ein berechtigter Intel-Prozessor, ein unterstütztes Betriebssystem, ein Intel-LAN- und oder WLAN-Chip, passende Firmware sowie weitere Hard- und Software. Als Prozessorfamilien nennt Intel Core, Core Ultra und Xeon W für mobile Workstations.

Für den Einkauf folgt daraus ein Unterschied, der leicht übersehen wird. Auf der Spezifikationsseite jedes Prozessors führt Intel ein Feld „Intel vPro Eligibility“. Ein Prozessor kann also vPro-fähig sein, ohne dass jedes Gerät mit diesem Prozessor ein vollständiges vPro-System ist. Intel selbst rät, beim Gerätehersteller nach einem kompletten vPro-System zu fragen. Wenn im Datenblatt „Core i5-1350P vPro“ steht, ist das die Zusage für den Prozessor. Ob die bestellte Konfiguration alle weiteren Voraussetzungen erfüllt, klären wir mit Ihnen vor dem Angebot.

Essentials und Enterprise: der Unterschied, den das Datenblatt nicht nennt

Intel richtet vPro Essentials an kleinere Unternehmen mit wachsender PC-Flotte. vPro Enterprise soll laut Intel mehr Leistung, Flottenverwaltung und Datensicherheit bieten. Welche Funktion in welcher Stufe steckt, geht aus den Intel-Unterlagen zur 12. Generation und zu Core Ultra Serie 2 hervor:

Zwei Prozessoren aus unseren Datenblättern zeigen den Unterschied. Der Core i5-1235U steht bei Intel als „Intel vPro Essentials“, mit Standard Manageability und Hardware Shield, aber ohne AMT-Eintrag. Der Core i5-1245U steht als „Intel vPro Enterprise“, mit AMT. Ein Datenblatt mit „Core i5-1235U mit vPro“ und eines mit „Core i5-1245U vPro“ nennen also beide vPro. Fernwartung bei nicht startendem System gibt es nur beim zweiten.

Fernwartung mit Intel AMT: was sie leistet

Intel AMT ist laut Intel in allen vPro-Enterprise-Geräten mit Windows enthalten. Die Funktion arbeitet unabhängig vom Betriebssystem und hält eine verschlüsselte Verbindung über Kabel oder WLAN, innerhalb und außerhalb der Firewall. Was Intel dafür aufführt: Treiber, Anwendungen oder das Betriebssystem auf einem nicht reagierenden System reparieren, das Gerät aus der Ferne einschalten oder neu starten, den Bestand erfassen, Patches zeitlich planen und Geräte für nächtliche Updates wecken. Über KVM sieht und steuert die IT den Bildschirm des Nutzers, auch ohne laufendes Betriebssystem.

Die Hardware allein verwaltet nichts. Als Software nennt Intel unter anderem Intel EMA (Endpoint Management Assistant), einen kostenlosen Download, mit dem sich AMT-Geräte über die Cloud auch außerhalb der Firewall verwalten lassen.

Die Grenze steht ebenfalls bei Intel: Verwaltung braucht eine Netzverbindung, und über WLAN funktioniert sie nur in einem bekannten Netz. Ein Notebook, das tagelang im Fahrzeug ohne Netz liegt, ist daher nicht erreichbar. Eine Flotte, die abends an der Wache oder im Depot im WLAN hängt, lässt sich dagegen nachts patchen und bei einem Fehler am Morgen aus der Ferne reparieren. Welche Geräte in der Praxis dafür infrage kommen, zeigt zum Beispiel die Branchenseite Öffentliche Sicherheit.

Sicherheit unterhalb des Betriebssystems

Intel gibt für vPro Schutzfunktionen an, die oberhalb und unterhalb des Betriebssystems ansetzen. Dazu gehört Intel Threat Detection Technology: Sie wertet Telemetriedaten der CPU mit maschinellem Lernen aus, um Schadsoftware zu erkennen, und hilft Sicherheitsprogrammen, Angriffe zu finden, die keine Datei hinterlassen. Control-flow Enforcement Technology soll Angriffe auf Speicherfehler erschweren. Für die Flottenpflege nennt Intel das Stable IT Platform Program: Es hält die Hardwarekomponenten eines Modells 15 Monate ab Produktstart konstant.

Diese Funktionen ersetzen keine Laufwerksverschlüsselung und keinen Zugangsschutz. Total Memory Encryption schützt den Arbeitsspeicher, nicht die SSD. Für die gespeicherten Daten bleiben TPM 2.0, die Verschlüsselung nach OPAL 2.0 und gegebenenfalls ein Smartcard-Leser zuständig. Der Artikel Laptop-Schutz: Sicherheits-Funktionen geht darauf ein und ordnet auch vPro als Verwaltungsfunktion ein, nicht als Verschlüsselung.

Welche Bestandsgeräte vPro im Datenblatt nennen

Von 45 Datenblättern nennen 18 vPro: die Durabook-Modelle R8, R10, R11, S15 und U11I sowie die Getac-Modelle A140, B360 G3, F110 EX, F110 G7, K120, K120 EX, S410 G5, S510, UX10, UX10 EX, V110 G7, V120 und X600. Die Tabelle zeigt sechs davon. Die Spalte „Einstufung bei Intel“ nennt nur Prozessoren, deren Spezifikationsseite wir bei Intel abgerufen haben.

GerätDisplayProzessoren mit vPro laut DatenblattEinstufung bei IntelSchutzartGewicht
Getac UX1010,1 ZollCore Ultra 5 236V und 238V, Core Ultra 7 266V und 268V (optional, im Datenblatt als vPro Enterprise geführt)EnterpriseIP661,15 kg (Tablet ohne Tastatur-Dock)
Getac B360 G313,3 ZollCore Ultra 5 235H vPro Enterprise (optional)EnterpriseIP662,32 kg
Getac S410 G514 ZollCore i5-1350P vPro und i7-1370P vPro (optional)i5-1350P: EnterpriseIP532,38 kg
Getac X60015,6 ZollCore i5-11500HE vPro (Standard), Core i7-11850HE vPro, Xeon W-11865MRE vPro (optional)i5-11500HE und i7-11850HE: „Intel vPro Platform“, keine Stufe genanntIP664,41 kg (je nach Konfiguration)
Getac A14014 ZollCore i5-10310U vPro und i7-10610U vPro (optional)i5-10310U: „Intel vPro Platform“, keine Stufe genanntIP652,3 kg
Durabook S1515,6 ZollCore i5-1235U mit vPro (Standard), Core i7-1255U mit vPro (optional)beide: EssentialsIP53 (optional)2,6 kg

Drei Dinge fallen auf. Erstens ist vPro bei UX10, B360 G3, S410 G5 und A140 eine Option; die Serienprozessor-Zeile nennt dort kein vPro. Zweitens trägt das Durabook S15 vPro schon im Standardprozessor, aber in der Stufe Essentials. Wer auf diesem Gerät Fernwartung bei nicht startendem System braucht, bekommt sie von dieser Prozessorgruppe nicht. Drittens nennen die Datenblätter der älteren Generationen X600 und A140 vPro ohne Stufe, und die Intel-Seiten führen die Prozessoren ebenfalls nur als „Intel vPro Platform“. Das Getac A140 führt Getac laut unserem Datenblatt nicht mehr als Produkt.

Beim Durabook R10 steht „vPro je nach Variante“ im Datenblatt, ohne Prozessorzuordnung. Hier fragen wir vor dem Angebot nach, welche Variante gemeint ist.

Wann vPro in einer Flotte sinnvoll ist und wo es nicht hilft

vPro lohnt sich, wenn eine zentrale IT viele Windows-Geräte betreut, die regelmäßig im eigenen Netz hängen: Werkstattflotten, Fahrzeuge einer Wache, Tablets im Außendienst mit festem Heimatstandort. Der Nutzen ist dann konkret messbar, etwa als weniger Fahrten zu Geräten, die sich nicht mehr starten lassen. Wer ohnehin die Flotte erneuert, etwa wegen des Support-Endes von Windows 10, findet in unserem Artikel Windows 10: das erste ESU-Jahr endet den Entscheidungsweg dazu.

In diesen Fällen löst vPro nichts. Bei wenigen Geräten ohne eigene IT-Abteilung ist der Aufwand für Einrichtung und Verwaltungssoftware größer als der Gewinn. Geräte, die über Wochen kein bekanntes Netz sehen, bleiben außerhalb der Reichweite. Und Geräte ohne Intel-Prozessor fallen ganz heraus, weil Intel einen berechtigten Intel-Prozessor voraussetzt.

Vor der Bestellung sollten Sie vier Punkte klären: Welche Stufe brauchen Sie, Essentials oder Enterprise? Steht der passende Prozessor in der bestellten Konfiguration? Welche Verwaltungssoftware betreiben Sie oder Ihr IT-Dienstleister? Und wann ist das Gerät in einem Netz, das die Verwaltung erreicht?

Häufige Fragen

Heißt „vPro“ im Datenblatt automatisch Fernwartung bei ausgeschaltetem Gerät?

Nein. Die Verwaltung außerhalb des Betriebssystems mit KVM setzt Intel AMT voraus, und AMT gibt es laut Intel nur bei vPro Enterprise. Bei vPro Essentials bleibt die Standard Manageability ohne KVM. Entscheidend ist die Stufe, die Intel dem Prozessor zuordnet.

Welche Geräte aus Ihrem Sortiment kommen für vPro Enterprise infrage?

Nach den Intel-Unterlagen, die wir abgerufen haben, sind es das Getac UX10 mit Core Ultra 5 236V oder 238V und Core Ultra 7 266V oder 268V, das Getac B360 G3 mit Core Ultra 5 235H und das Getac S410 G5 mit Core i5-1350P. In allen Fällen ist der vPro-Prozessor eine Option, die in die Konfiguration gehört.

Muss das Gerät dafür im Firmennetz hängen?

Es braucht eine Netzverbindung. Über WLAN ist die Verwaltung außerhalb des Betriebssystems laut Intel nur in einem bekannten Netz möglich. Mit Intel EMA lassen sich AMT-Geräte über die Cloud auch außerhalb der Firewall verwalten.

Hat vPro etwas mit der NPU für lokale KI zu tun?

Beides sitzt in denselben Core-Ultra-Prozessoren, ist aber unabhängig. Das Getac UX10 führt laut Datenblatt eine integrierte NPU bei allen Prozessoren, vPro aber nur bei den optionalen Modellen. Was die NPU leistet, steht im Artikel Copilot+ PC und NPU.

Welches Gerät zu welchem Bedarf passt

Wer Fernwartung bei nicht startendem System braucht, wählt einen Enterprise-Prozessor: im Tablet das Getac UX10 mit einem der vier „V“-Prozessoren, im Notebook das Getac B360 G3 mit Core Ultra 5 235H oder das Getac S410 G5 mit Core i5-1350P. Wer vPro nur für Hardware Shield und die Standard Manageability will, kommt mit dem Durabook S15 aus. Wer wenige Geräte ohne zentrale IT betreibt, braucht vPro nicht und spart sich die Option.

Für diese Fälle passt keines der genannten Geräte: Einsätze ohne regelmäßiges Netz, Flotten ohne Intel-Prozessor und Beschaffungen, bei denen jemand aus dem Datenblatt allein auf AMT schließt. Beim Getac X600 und beim A140 nennt Intel keine Stufe, hier sollte niemand AMT mit KVM unterstellen. Wenn Sie wissen wollen, ob ein Core i5-1235U für Ihre Aufgaben reicht, hilft der Vergleich Core i5-1235U oder i7-1255U im robusten Gerät.

Bei der Auswahl des Prozessors und der vPro-Option unterstützt Sie das RobustBook-Team gerne.