IP68 steht auf vielen Datenblättern, doch selten steht dort, was genau geprüft wurde. Das liegt an der Norm: Für die zweite Ziffer 8 nennt DIN EN 60529 (international IEC 60529) weder eine feste Tiefe noch eine feste Dauer. Beides gibt der Hersteller an. Dieser Beitrag erklärt, was IP68 bedeutet, wie es sich von IP67 unterscheidet, welche Werte Hersteller tatsächlich nennen und worauf Sie im Datenblatt achten sollten. Eine Tabelle zeigt außerdem, welche Geräte aus unseren Datenblättern IP67 oder IP68 tragen.
Die Bezeichnung besteht aus zwei Ziffern. Die 6 steht für staubdicht, die 8 für den Schutz gegen dauerndes Untertauchen. Alle Ziffern und ihre Bedeutung finden Sie in der Übersicht IP-Schutzklassen.
Bei IP67 ist die Wasserprüfung genau beschrieben. Die Norm nennt sie „zeitweiliges Untertauchen“ (Abschnitt 14.2.7): Das Gerät liegt 30 Minuten im Wasser, sein tiefster Punkt 1 m unter der Oberfläche. Ablauf und Grenzen dieser Prüfung stehen im Artikel IP67 im Detail. Für den Vergleich zählt nur der Kern: Tiefe und Dauer sind festgelegt, und jedes Gerät mit IP67 wurde unter denselben Bedingungen geprüft.
Bei IP68 fehlt diese Festlegung. Abschnitt 14.2.8 der Norm trägt die Überschrift „dauerndes Untertauchen nach Vereinbarung“. Tiefe und Dauer sind also keine Normwerte, sondern Angaben des Herstellers. Erwartet wird, dass sie strenger ausfallen als bei IP67. Wie viel strenger, steht nur in der Herstellerangabe.
Daraus folgen zwei Dinge. Erstens sagt „IP68“ allein nichts über eine Tiefe. Zweitens lassen sich zwei Geräte mit IP68 erst vergleichen, wenn beide Zahlen vorliegen. Ein Beispiel aus unseren Datenblättern: Das Archos X67 5G ist mit IP68 angegeben, und das Herstellerdatenblatt nennt dazu eine maximale Tiefe von 1,5 m bei bis zu 30 Minuten. Gegenüber IP67 sind das 0,5 m mehr Tiefe bei gleicher Dauer. „Dauernd“ heißt hier also 30 Minuten.
Wie weit die Angaben auseinanderliegen, zeigt Apple. Auf der Supportseite zum Schutz vor Spritzwasser, Wasser und Staub (veröffentlicht am 14.07.2026) führt Apple IP68 nach IEC 60529 mit drei verschiedenen Tiefen: 2 m für iPhone 11, XS und XS Max, 4 m für iPhone 11 Pro und 11 Pro Max, 6 m für die Modelle von iPhone 12 bis iPhone 17e. Die Dauer beträgt jeweils 30 Minuten. Für ältere Modelle (iPhone 7 bis 8 Plus, X, XR und SE) nennt dieselbe Seite IP67 mit 1 m, also den Normwert. Apple ist hier nur ein Beispiel für die Spannweite; wir vertreiben diese Geräte nicht.
Tiefe und Druck hängen direkt zusammen. Der Wasserdruck über dem Umgebungsdruck ist das Produkt aus Dichte, Erdbeschleunigung und Tiefe. Für Süßwasser (1000 kg/m³, 9,81 m/s²) ergibt das, gerundet:
| Tiefe | Genannt von | Wasserdruck |
|---|---|---|
| 1 m | Norm, IP67 | 9,8 kPa |
| 1,5 m | Archos X67 5G, IP68 | 14,7 kPa |
| 2 m | Apple iPhone 11 und XS, IP68 | 19,6 kPa |
| 4 m | Apple iPhone 11 Pro, IP68 | 39,2 kPa |
| 6 m | Apple iPhone 12 bis 17e, IP68 | 58,9 kPa |
Bei 6 m wirkt rund das Sechsfache des Drucks, den die IP67-Prüfung vorsieht. Eine Angabe für 1,5 m lässt sich deshalb nicht auf 6 m übertragen, auch wenn auf beiden Geräten „IP68“ steht.
Salzwasser ist nicht zugesichert. Die Prüfungen nach IEC 60529 laufen mit Süßwasser, und für Salzwasser, Öle oder Lösungsmittel gibt die Schutzart keine Zusage. Wer ein Gerät am Meer oder auf See einsetzen will, braucht dazu eine ausdrückliche Aussage des Herstellers.
Strahlwasser und Hochdruck sind eigene Prüfungen. Untertauchen und Strahlwasser belasten ein Gehäuse auf verschiedene Weise. Ein Gerät, das für die Ziffer 7 geprüft ist, hat die Strahlwasserprüfungen der Ziffern 5 und 6 nicht zwingend bestanden. Deshalb werden solche Angaben getrennt geschrieben, etwa IPX5/IPX7. Das Archos X67 5G nennt entsprechend IP68 und IP69K nebeneinander. Die 9K aus ISO 20653 steht für Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung; der Artikel IP69K im Detail geht darauf ein. Was das X in IPX7 und IPX8 bedeutet, erklärt der Beitrag IPX7 und IPX8.
Ladegerät und Zubehör sind ausgenommen. Im Archos-Datenblatt steht, dass Ladegerät und Zubehör nicht wasserdicht sind und ein nasses Gerät nicht geladen werden soll. Die Schutzart gilt also für das Gerät, nicht für alles, was dazugehört.
Stürze sind eine andere Prüfung. Die Schutzart sagt nicht, ob ein Gerät nach einem Sturz noch dicht ist; sie beschreibt den geprüften Zustand. Für Stürze steht im Datenblatt eine eigene Angabe: Das Archos X67 5G nennt MIL-STD-810G und 1,50 m Fallhöhe, das Getac ZX80 MIL-STD-810H und 1,80 m.
Die Beständigkeit kann mit der Zeit abnehmen. Archos schreibt, die Beständigkeit sei nicht dauerhaft und könne durch normalen Verschleiß abnehmen. Apple schreibt dasselbe. Beide Hersteller nehmen Flüssigkeitsschäden von der Garantie aus, und Archos gibt an, das Gerät unter kontrollierten Laborbedingungen geprüft zu haben.
Von den 53 dokumentierten Geräten tragen acht IP67 oder IP68. Die Tabelle zeigt sieben davon. Das Fieldbook F57G2 (IP67) fehlt, weil Robustbook es nicht mehr vertreibt, ebenso wie das Archos X67 5G.
| Gerät | Display | Schutzart | Tiefe und Dauer laut Datenblatt | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| Archos X67 5G | 6,67 Zoll | IP68, IP69K | 1,5 m, bis 30 Minuten | 380 g |
| Getac ZX80 | 8 Zoll | IP67 | nicht genannt | 590 g |
| Getac ZX80-EX | 8 Zoll | IP67 | nicht genannt | 780 g |
| Getac ZX80W | 8 Zoll | IP67 | nicht genannt | 590 g |
| Getac ATEX EX80 | 8 Zoll | IP67 | nicht genannt | 1,48 kg |
| Fieldbook N80G2 | 8 Zoll | IP67 | nicht genannt | 600 g |
| Fieldbook N101 | 10,1 Zoll | IP67 | nicht genannt | 970 g |
Bei den sechs IP67-Geräten steht keine Tiefe im Datenblatt. Sie ist bei IP67 durch die Norm festgelegt: 1 m und 30 Minuten. Das Archos X67 5G ist das einzige Gerät mit IP68. Die Angabe 1,5 m und 30 Minuten steht in Fußnote 5 des Archos-Dokuments vom 07.01.2021, einer Pressemitteilung mit eingebettetem Datenblatt. Die Fieldbook-Datenblätter von Logic Instrument (N101: 14.01.2020, N80G2: 09.11.2023) nennen IP67 ohne Tiefe. Die Seite des Archos X67 5G bleibt als Dokumentation der Herstellerangaben bestehen; in den Datenblättern der Geräte, die wir aktuell vertreiben, steht keine IP68-Angabe. Ein Notebook trägt in unseren Datenblättern weder IP67 noch IP68. Warum Untertauchschutz an kleine Bauformen gebunden ist, behandelt der Artikel IP67 im Detail.
Beim Getac ZX80 lohnt genaues Lesen. Das Herstellerdatenblatt (Stand 01.06.2026) nennt auf der ersten Seite IP66 und in der Tabelle der Zertifizierungen IP67. Die englische Fassung desselben Datenblatts nennt an beiden Stellen IP67. Wir führen IP67. Wer das Gerät für Einsätze mit Untertauchen einplant, sollte die Angabe trotzdem vor der Bestellung beim Hersteller bestätigen lassen.
Eine vollständige Angabe erfüllt fünf Punkte:
Fehlt ein Punkt, ist die Angabe unvollständig, aber nicht falsch. In einer Ausschreibung sollten Tiefe, Dauer und Wasserart als Zahlen und Wörter stehen und nicht nur „IP68“.
Nur für die angegebene Tiefe und Dauer in Süßwasser. Beim Archos X67 5G sind das 1,5 m und bis zu 30 Minuten. Für einen Dauereinsatz unter Wasser steht damit nichts im Datenblatt.
Die Norm erwartet strengere Bedingungen. Wie viel strenger, zeigt erst die Zahl: 1,5 m beim Archos X67 5G, 6 m bei neueren iPhones, gegenüber 1 m bei IP67. Eine IP68-Angabe ohne Zahl lässt sich mit IP67 nicht vergleichen.
Das sagt die Schutzart nicht. Die Prüfung läuft mit Süßwasser, und die Datenblätter unserer Geräte nennen Salzwasser nicht.
Belegt ist dann keine. Die Norm lässt die Bedingungen offen, und die Spanne reicht in den hier genannten Beispielen von 1,5 m bis 6 m. Fragen Sie beim Hersteller nach, bevor Sie das Gerät für Untertauchen einplanen.
Das ist nicht zugesichert. Archos und Apple schreiben beide, dass die Beständigkeit nicht dauerhaft ist und durch normalen Verschleiß abnehmen kann.
IP68 ist eine Angabe mit einer Lücke, die der Hersteller füllt. Wer ein Gerät braucht, das kurz in 1 m Wassertiefe fallen darf, ist mit einem Tablet mit IP67 bedient. In unseren Datenblättern sind das das Getac ZX80, ZX80W und ZX80-EX, das Getac ATEX EX80 sowie die Fieldbook N80G2 und N101. Wer mehr als 1 m braucht, findet bei den Geräten, die wir aktuell vertreiben, keine IP68-Angabe. Das einzige Gerät mit IP68, das Archos X67 5G, hat 1,5 m und 30 Minuten und ist nicht mehr im Vertrieb.
Für Dauerbetrieb unter Wasser, für Tauchgänge und für Salzwasser ist keines der genannten Geräte belegt. Wer das braucht, sollte vor der Anfrage drei Zahlen klären: Tiefe, Dauer und Wasserart. Danach lässt sich beim Hersteller prüfen, ob eine passende Angabe existiert. Bei Fragen zur Auswahl hilft Ihnen das RobustBook-Team.